Steuerprivilegien im Kanton Zug

Der allgemein als sehr wirtschaftsfreundlich geltende Kanton Zug bietet einige interessante Steuerprivilegien für ausländische Firmengründer, welche anschliessend kurz erläutert werden.

Besteuerung einer Domizilgesellschaft

Als Domizilgesellschaften gelten diejenigen Gesellschaften, die in der Schweiz eine reine Verwaltungstätigkeit ausüben. Reine Domizilgesellschaften dürfen in der Schweiz kein Personal anstellen und keine Büros mieten um vom Steuerprivileg zu profitieren. Bezüglich Gesellschaftszweck bestehen jedoch keine Einschränkungen. Mit einem einheitlichen Satz besteuert werden Erträge aus der Schweiz (Zinsen, Dividenden, Kapitalgewinne, Erträge aus immateriellen Rechten und Erträge aus Grundeigentum). Ausländische Einkünfte und Erträge aus (massgebenden) Beteiligungen – worunter Dividenden und Kapitalgewinne fallen – werden in der Schweiz nicht besteuert. Auf dem Kapital (Eigenkapital) ist ebenfalls nur eine geringe Kapitalsteuer zu leisten.

Besteuerung einer Holdinggesellschaft

Der Begriff Holding beschreibt keine eigene Rechtsform, vielmehr wird darunter ein Verbund verschiedener Firmen verstanden. Spricht man von einer Holding ist somit ein Unternehmen gemeint, dessen Zweck vorwiegend aus der Verwaltung verschiedener Beteiligungen an anderen Firmen besteht. Zusätzlich dürfen diese Gesellschaften keine Geschäftstätigkeit in der Schweiz ausüben. Hingegen ist es einer Holding durchaus gestattet Grundeigentum zu halten, insofern diese Tätigkeit mit dem Charakter der Gesellschaft vereinbar ist. Weitere denkbare Tätigkeiten sind die Vermögensverwaltung, Konzernleitung oder allgemeine Geschäftstätigkeit im Ausland. Fällt eine Gesellschaft in die vorgenannte Definition einer Holding, hat sie grundsätzlich nur eine geringe Kapitalsteuer auf der Grundlage des Eigenkapitals zu entrichten. Erträge werden nur in Spezialfällen besteuert, dann nämlich, wenn es sich um Erträge aus Grundeigentum oder um DBA-begünstigte Erträge handelt.

Besteuerung einer Verwaltungsgesellschaft als gemischte Gesellschaft

Definitionsgemäss fallen in den Begriff „Verwaltungsgesellschaften als gemischte Gesellschaften“ diejenigen Unternehmen, welche in der Schweiz nur eine sehr beschränkte Geschäftstätigkeit ausüben. Im Gegensatz zu reinen Domizilgesellschaften ist es gemischten Gesellschaften in der Schweiz jedoch erlaubt, sowohl Büros zu unterhalten als auch Personal einzustellen. Als Grundregel gilt, dass die Geschäftstätigkeit zu mindestens 80 % im Ausland stattfinden muss. Einkäufe in der Schweiz sind demgegenüber nur ausnahmsweise zulässig. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass der entstandene CH-Anteil maximal 20 % betragen darf. Der zu versteuernde Gewinn wird unter Zuhilfenahme einer sog. Spartenrechnung ermittelt. Konkret werden Erträge aus dem Ausland anhand der Anzahl der Beschäftigten des Konzerns in der Schweiz besteuert. Bei weniger als 6 Beschäftigten beträgt die steuerbare Quote 10 %, bei 6 – 10 Beschäftigten 15 %, bei 11 – 30 Beschäftigten 20 Prozent und bei über 30 Beschäftigten 25 %. Zum ordentlichen Tarif werden in erster Linie Vermögenserträge wie Zinsen, Dividenden sowie Kapitalgewinne oder Erträge aus Immaterialgüterrechten besteuert. Steuerfrei sind Erträge aus (massgebenden) Beteiligung (Dividenden und Kapitalgewinne). Auch die gemischte Gesellschaft leistet auf dem Eigenkapital nur eine geringe Kapitalsteuer.